Saarbrücken, Musikgeschichte

Zeittafel zur Musikgeschichte der Landeshauptstadt Saarbrücken

1. Bis zum 18. Jahrhundert
– Pflege des gregorianischen Chorals am Augustiner-Chorherrenstift Sankt Arnual.
– Das geistliche Lied in der Landessprache wird von geistlichen Bruderschaften gepflegt.
– Der Minnesang ist durch Heinrich von Tettingen vertreten.
– Stadtmusik wird durch Scharwächter, Türmer und Glöckner ausgeübt. Erster namentlich bekannter „Stadtmusicant und Türmer“ ist Johann Peter Heumann (um 1661-1742). Nachfolger ist sein Sohn Friedrich Wilhelm (geb. 1705). Dessen Nachfolger ist sein Sohn Friedrich Carl (1737-1810).
– 1575 Reformation: Das deutsches Gemeindelied beherrscht Kirchen- und Schulmusik.
– Um 1619 wirkt der Kantor und Musiklehrer Laurentius Erhard in Saarbrücken.
– 1673 In der ersten Schulklasse wird unter anderem Musik unterrichtet.
– 1680 wird eine Orgel in der Ensheimer Kirche erwähnt.
– 1686 erhält die Schlosskirche eine Orgel.

2. Das 18. Jahrhundert
– 1736 In der Schulordnung wird verordnet, musikalisch begabten Schülern solle der Kantor Mittwochs und Samstags um 12 Uhr eine Singstunde geben.
– 1737 Errichtung einer Orgel in der evangelischen Kirche in St. Johann durch Romanus Benedictus Nollet aus Luxemburg.
– 1746 erscheint erstmals das Nassau-Saarbrückische Gesangbuch, herausgegeben durch Hofprediger und Superintendent Thomas Balthasar Rollé. Es enthält 649 Lieder, die auf 149 Melodien gesungen werden müssen. Das Gesangbuch ist ein Textband ohne Noten.
– Um 1750 entsteht das handschriftliche Liederbuch der Fürstin Sophie Erdmute von Nassau-Saarbrücken. Es enthält Melodien ohne Text und 108 Lieder unter anderem von François-André Philidor, Jean-Philippe Rameau und Jean-Jacques Rousseau. Die Stücke sind einstimmig notiert und für Gitarrenbegleitung vorgesehen.
– 1752 Neubau des Gymnasiums. In diesem hat auch der Kantor und erste deutsche Schullehrer eine Dienstwohnung.
– 1762 Johann Andreas Silbermann reicht eine Disposition für die Orgel der Ludwigskirche ein. Es werden aber die Gebrüder Stumm mit der Arbeit beauftragt. Um 1773 wird das Orgelgehäuse aufgestellt, im März 1775 beginnen die Arbeiten zur Installierung des Orgelwerks.
– 1766 Musikalischer Empfang des Erbprinzen Ludwig und seiner Gemahlin durch bürgerliche und militärische Musikkorps und durch eine „Berg-Music“.
– Fürst Ludwig unterhält eine gute Militärmusik, die nach Angaben von Adolph Freiherr Knigge besser und vollständiger gewesen ist als die der französischen Schweizerregimenter. Sie bestand aus einem Kapellmeister, der 722 fl. 20 alb. erhielt und 13 Musikanten, darunter ein Mitglied der Familie Buchta. Johann Jacob Brand wird als Direktor der Kirchenmusik in Saabrücken genannt und unterrichtet die fürstlichen Kinder in Musik; er komponiert und veröffentlicht außerdem 1755 „3 Suiten für Klavier“. Die zweite Gemahlin des Fürsten Ludwig, Katharina Kest, Gräfin von Ottweiler, lässt sich am Klavier sitzend malen. Auf einem von Johann Friedrich Dryander gemalten Bild der Familie Bruch spielt die Hausfrau Klavier und der Maler Köhl begleitet sie auf der Flöte. Größere musikalische Aufführungen finden zu besonderen Anlässen statt: Vermählung des Erbprinzen Ludwig 1766, Begrüßung durch Pauken und Trompeten und durch die „vortreffliche Bergmusik“, Absingen des „Te deum laudamus“ „unter schöner Vokal- und Instrumentalmusik erbaulichst“.
– 1775, 15.08., Einweihung der Ludwigskirche mit einer zweiteiligen Festkantate. Textdichter und Komponist sind nicht bekannt, die Musik ist nicht erhalten.
– Um 1780 widmet Christian Ernst Graf seine in Amsterdam etc. gedruckten sechs Streichquartette (opus 17) Fürst Ludwig.
– 1783 Schulordnung: Mittwochs Liedersingen. Anfang und Ende des Unterrichts werden mit Gesang und Gebet begangen.
– 1784 Johann G. Willinger ist Organist an der Ludwigskirche, sein Nachfolger wird Adolph Friedrich Ritter.
– 1786-1787 Erbauung des Schauspielhauses.
– 1788 Allegorische Pantomime „Das ländliche Vergnügen“ aufgeführt, Musik von Stumpf.
– 1789-1800 stellen Apotheker Johann Carl Koch und andere Mitglieder der Familie eine Sammlung von 25 Musikheften zusammen, die meist Lieder mit Klavierbegleitung enthält. Koch stand in Verbindung mit dem Organisten der Ludwigskirche Ritter. Die Sammlung enthält gedruckte Lieder von Haydn, Kozeluch, Hurka, Sterkel; handschriftliche Werke von Schmittbauer, Rosetti, Schubart, Junker, Rheineck, Christmann; Instrumentalmusik: Konzerte von J. Chr. Bach, Sonaten von Pleyel, Mozart und anderen.
– 1793 Zerstörung des Schauspielhauses.

3. Das 19. Jahrhundert
– 1819 Geburt von Louis Théodore Gouvy in Goffontaine, heute Saarbrücken-Schafbrücke.
– 1820 Bildung einer Bergkapelle mit fünf Musikern aus Eisleben unter Oberspielmann Zimmermann. Hinzu kommen sieben einheimische Musiker.
– 1820-1836 Konzerte des Musikkorps des 9. Husarenregiments und der „Berg-Hoboisten“. Beide führen 1823 den „Freischütz“ auf. Außerdem gibt es Auftritte durchreisender Tonkünstler.
– Um oder vor 1836 Gründung des „Musikvereins“, der bis 1850 besteht. Leiter sind Georg Friedrich Ottemann, Ferdinand Möhring (ab 1840), Hermann Küster (ab 1845).
– Um 1842 wird die „Liedertafel St. Johann-Saarbrücken“ gegründet. Sie besteht bis 1861. Aus ihr entwickelt sich die „Eintracht“.
– 1847 gründet Hermann Küster den „Instrumental-Verein“. Nachfolger in der Leitung waren Friedrich Ott, Ferdinand Langert, Hermann Levi (1859-1861), Friedrich Gernsheim (1861-1865), Karl Krause (1866-1874), Willemsen, Hugo Grüters (1878-1884), Johann Baptist Zerlett (1884-1886), Konrad Heubner (1886-1890), Peter Faßbender (1890-1895). Den Kern des Instrumentalvereins bildete die damalige Bergkapelle. 1894 wird der Verein aufgelöst.
– 1853 Gründung des Männergesangvereins „Saarbrücken-St. Johanner Gesangvereins“, aus dem sich die „Germania“ entwickelt.
– 1856 Küsters Nachfolger im „Instrumental-Verein“, Musikdirektor Ott, gründet den „Gesangverein“.
– 1856, 10.10.-11.10. Erstes Sängerfest in Saarbrücken.
– 1859 Eröffnung des Theatersaals auf dem Rothenhof (Rodenhof), der von Liebhaberbühnen genutzt wird.
– 1860 Gründung des Sängerbunds Saarbrücken.
– 1861 Gründung des „Männer-Gesang-Vereins Eintracht von Saarbrücken und St. Johann“. Dirigent wird Wilhelm Buchta. 1863-1865 ist Gernsheim Leiter der „Eintracht“. Sein Nachfolger wird wieder Buchta. Andere Dirigenten waren Grüters, Max Nachtmann, Hompesch, Karl Krause, Karl Hallwachs. 1902 wird Dr. Ferdinand Krome aus Bingen Leiter des Chors. 1903 nennt sich der Chor in „Männer-Gesang-Verein Saarbrücken-St. Johann“ um, später in „Männergesangverein Saarbrücken 1861“. 1914 wird Obermusikmeister Hans Siebold Leiter des Chors.
– 1861 Gründung der Laienschauspielgruppe „Thalia“, die bis 1870 besteht. Sie führt viele Opern auf. Nachfolgerin wird die „Melpomene“. Diese entsteht 1869/70 und existiert bis 1900. Von 1861-1863 war Gernsheim Kapellmeister der „Thalia“.
– 1863 Max Bruch und Clara Schumann gastieren in Saarbrücken.
– 1869, 25.07. Musikfest der „Eintracht“ mit Gastchören aus Speyer, Kaiserslautern, Landau, Zweibrücken.
– 1874 gründet die „Eintracht“ ein eigenes Orchester, den „Musikverein“.
– 1878 Gründung des evangelischen Kirchenchors an der Ludwigskirche. Erster Chorleiter ist Adolf Weil (1878-1902), Nachfolger sind Friedrich Anschütz (bis 1918), Karl Hogrebe, Adolf Röllner, Karl Rahner (ab 1925).
– 1878 übersiedelt die Kaiserslauterner Stadtkapelle unter ihrem Dirigenten Burkhardt an die Saar und nennt sich „Saarbrücken-St. Johanner Stadtkapelle“.
– 1879 Ersetzung der Stumm-Orgel in der katholischen Kirche in St. Johann (heute Basilika St. Johann) durch ein Werk der Firma Voit.
– 1886, 15.08.-16.08. Musikfest zum 25jährigen Jubiläum der „Eintracht“ mit Chören aus Kaiserslautern, Zweibrücken, Landau, Pirmasens, Saarlouis, Forbach.
– 1888 Gründung des Männergesangvereins „Harmonie“ als Abzweigung aus der „Eintracht“. Leiter waren Peter Faßbender, 1895-1911 Hermann Scholz, 1911 Eduard Bornschein. Der Chor besteht bis 1935.
– 1893, 30.03. Geburt des evangelischen Theologen und Komponisten Eduard Heinz (verstorben 1985).
– 1895 In Nachfolge des eingegangenen „Instrumentalvereins“ entsteht der „Concertverein im Casino“.
– 1897 schließen sich die Männergesangvereine im Rahmen des Deutschen Sängerbundes zu einem Sängergau zusammen.
– 1897 Eröffung eines neuen privaten Theatergebäudes. Es wird 1899 in „Thalia-Theater“ umbenannt. 1901 wird A. Bömly Intendant des Theaters. 1912 wird das Theater erweitert und umgebaut. Ein Orchester wird gegründet. 1913 wird das Theater von Saarbrücker Bürgern gekauft.
– 1897 Eröffnung des städtischen Saalbaus mit dem „Tannhäuser“. Das Orchester war die Kapelle des Infanterie-Regiments 70.
– 1898 Gründung der „Gesellschaft der Musikfreunde“ durch Dr. Peter Hoederath und A. Reichmann. Sie besteht bis 1935. Erster Dirigent ist Ströbe, Kapellmeister des Infanterie-Regiments 70, es folgen 1900-1902 Karl Hallwachs, 1902-1904 Dr. Ferdinand Krome, 1904-1935 Victor Cormann.
– 1898 Die neue Johanneskirche erhält eine Orgel der Firma Voit.

4. Das 20./ 21. Jahrhundert
– 1906 veranstaltet die „Gesellschaft der Musikfreunde“ ein dreitägiges Musikfest, unter anderem mit Max Reger. Den Stamm des Orchesters bildet die Darmstädter Hofkapelle.
– 1908 erhält der Saalbau eine Orgel der Firma Walcker.
– 1925 Die Kirche St.Michael erhält eine Orgel der Firma Späth.
– 1933 Die Berliner Philharmoniker gastieren unter Wilhelm Furtwängler in Saarbrücken.
– 1933 Die Christkönig-Kirche erhält eine Orgel der Firma Klais.
– 1938, Oktober Gaukulturwoche Saarpfalz.

4.1. Hochschule für Musik (heute Hochschule für Musik Saar)
– 1905 gründet Dr. Ferdinand Krome ein privates Konservatorium.
– 1907 gründet Hermann Scholz ein privates Konservatorium.
– 1912 gründet Eduard Bornschein ein privates Konservatorium. Dort gibt in den 1930er Jahren unter anderem sein Sohn Richard Klavierunterricht. Richard Bornschein tritt auch als Komponist und Schriftsteller hervor.
– In der Völkerbundzeit gibt es drei private Konservatorien, nämlich von Bornschein, Dr. Krome und Hans Wolff.
– 1920 wird Erwin Schulhoff Leiter der Klavieroberklassen an Bornscheins Konservatorium. 1922 zieht er nach Berlin.
– 1924 wird Ernst August Dadder Theorielehrer an Kromes Konservatorium. Im selben Jahr wird er Musiklehrer an den höheren Schulen in Saarlouis.
– 1934 bittet Dr. Krome die Stadt um Übernahme seines Konservatoriums. Der Antrag wird abgelehnt. Im Mai 1937 stellt auch Bornschein den Antrag. Über die offizielle Stellungnahme schweigen die Akten. Der Unterrichtsbetrieb läuft weiter.
– 1941 erhält Saarbrücken im Zuge der Errichtung ähnlicher Anstalten im Reich die „Landesmusikschule Westmark“ mit Jugendmusikschule. Direktor ist Hermann (Eduard Maria) Wette.
– 1947 Gründung der „Hochschule für Musik“ nach dem Vorbild des Pariser Konservatoriums. Erster Direktor wird Eric-Paul Stekel. Lehrer: Walter Gieseking, Maurice Gendron, Andor Foldes, Josef Greindl, Adolf Scherbaum.
– 1952 wird Prof. Dr. Joseph Müller-Blattau Direktor.
– 1946-1975 Heinrich Konietzny (1910-1983), Lehrer für Fagott, Bläserkammermusik und Komposition.
– 1957 Umwandlung in eine „Staatliche Hochschule für Musik“. Prof. Hans Karolus wird Nachfolger von Müller-Blattau. Sein Nachfolger wird Prof. Dr. Herbert Schmolzi.
– 1961-1974 Josef Greindl leitet die Opernschule der Musikhochschule.
– 1967-1971 Neubau in der Bismarckstraße.
– 1974 Prof. Dr. Dieter Loskant: Rektor.
– 1974 Die Firma Johannes Klais errichtet die Orgel im Konzertsaal (54 Register).
– Seit 1981 Walter-Gieseking-Wettbewerb, zweijährig.
– 1983 Prof. Dr. Werner Müller-Bech: Rektor.

4.2. Theater und Orchester (heute Saarländisches Staatstheater)
– 1912 Erbauung des neuen Theaters in der Stengelstraße.
– 1912 Gründung des „Orchesters der Gesellschaft der Musikfreunde“ mit 42 Musikern. 1914 aufgelöst.
– 1918 Neugründung des Orchesters, das 37 Musiker umfassen soll. Es umfasst aber nur 18.
– 1920 Das Orchester umfasst 41 Musiker.
– 1921 übernimmt die Stadt das Theater.
– 1922 Gründung der „Gemeinnützigen Theater- und Musikgesellschaft m.b.H.“, die das Orchester übernimmt. Vergrößerung auf 45 Musiker. Leiter ist bis 1935 Felix Lederer.
– 1926-1933 Carl Johansson ist Kapellmeister und ab 1946 Erster Opernkapellmeister.
– 1927 Ferdinand Skuhra ist Intendant.
– 1936 Auflösung der „Gemeinnützigen Theater- und Musikgesellschaft m.b.H.“, Theater und Orchester werden von der Stadt übernommen.
– 1936-1938 Neubau des Theaters am heutigen Standort mit einer Orgel der Firma Walcker. Eröffnung mit dem „Fliegenden Holländer“, musikalische Leitung: Heinz Bongartz.
– 1936 Das Gebäude in der Stengelstraße wird ein Varietétheater.
– 1938-1939 Kapellmeister ist Josef Dünnwald.
– 1942 Beschädigung des neuen Theaterbaus.
– 1942-1944 Ersatzbetrieb im städtischen Saalbau.
– 1948 Wiedereröffnung mit Mozarts „Zauberflöte“.
– 1960-1975/76 Generalintendant Hermann Wedekind.
– 1989 Umwandlung in eine GmbH. Renovierung des Gebäudes.
– Dirigenten waren La Porte, Schmidt-Belken, Leger, 1921/22 Heinz Tietjen, 1922-1935 GMD Felix Lederer, 1935-1937 GMD Schleuning, 1937-1944 GMD Heinz Bongartz, 1946 GMD Philipp Wüst, 1974-1973 GMD Siegfried Köhler, 1974-1976 GMD Christoph Prick, 1977-1985 GMD Matthias Kuntzsch, 1985-1990 GMD Jiri Kout, 19911994 Jun Märkl sowie GMD Laurent Wagner und GMD Constantin Trinks.

4.3. Saarländischer Rundfunk
– 1935 Eröffnung des Rundfunks. Erster Intendant ist der Musikwissenschaftler Dr. Adolf Raskin. Kurzfristig Intendant war 1939 der Komponist Gerhart von Westerman.
– 1935-1945 Erster Kapellmeister und Leiter des Großen Unterhaltungsorchester ist Albert Jung.
– 1935 Edmund Kasper wird Dirigent des Kleinen Orchesters.
– 1935-1936 Hauskomponist Erich Wintermeier.
– 1936 Hans Koeltzsch wird Leiter der Abteilung Kunst.
– 1937 Gründung des Sinfonieorchesters (45 Personen im Großen Orchester, 17 im Unterhaltungsorchester, 1. Fagottist: Heinrich Konietzny).
– 1937 Gustav Kneip wird Leiter der Abteilung Unterhaltung.
– 1939 werden die Musiker auf andere Rundfunkorchester verteilt.
– 1946 Das neue „Radio-Orchester Saarbrücken“ tritt bei der feierlichen Eröffnung von „Radio Saarbrücken“ auf. Kapellmeister: Dr. Rudolf Michl. Hauskomponist: Heinrich Konietzny.
– 1953 neun Formationen: Sinfonieorchester (Michl), Großes Unterhaltungs-Orchester (Gillessen), Radio-Unterhaltungs-Orchester (Edmund Kasper), Kleines Unterhaltungs-Orchester, Kammer-Tanzorchester, Unterhaltungs-Sextett (alle Erich Weber), Musette Ensemble (Rudi Braun), Harmonika-Quartett, Kammerorchester (Karl Ristenpart). (95 Musiker).
– 1955 Umbennenung von „Radio Saabrücken“ in „Saarländischer Rundfunk“.
– 1955 wird ein Sinfonieorchester gebildet, das unter Einbeziehung des Kammerorchesters 70 Planstellen umfasst.
– 1959 beginnt der Bau des Funkhauses. 01.06.1962 erstes Konzert im Großen Sendesaal.
– 1966 erliegt Ristenpart einem Herzanfall in Lissabon. Nachfolger wird nach einer Überbrückungszeit Antonio Janigro.
– Janigro gibt am 22.06.1972 sein letztes Konzert in Saarbrücken, am 22.06.1973 gibt das Kammerorchester sein letztes Konzert (unter Hans Zender). Dann fusioniert es mit dem Sinfonieorchester.
– 1974 73 Musiker; Sinfonieorchester, darin Unterhaltungs- und Kammerorchester.
– Dirigenten des Unterhaltungsorchesters sind Edmund Kasper (bis 1955) und Hans Gillessen, danach nur noch Gäste.
– Anfang der 1970er Jahre wird die Produktion von Unterhaltungsmusik aufgegeben.
– 1970 Gründung der Reihe „Musik im 20. Jahrhundert“ (später: „Mouvement. Musik im 21. Jahrhundert“).
– 1971 wird Hans Zender Nachfolger von Dr. Rudolf Michl. Zender steigert die Stellenzahl auf 77.
– Am 26.02.1984 gibt Zender sein letztes Konzert. Nachfolger sind Myung-Whun Chung, Marcello Viotti, Michael Stern, Günther Herbig, Christoph Poppen.

4.4. Universität des Saarlandes
– 1952 Joseph Müller-Blattau erhält einen Lehrauftrag für Musikwissenschaft an der Universität des Saarlandes. Nachfolger sind Walter Wiora, Werner Braun, Herbert Schneider, Rainer Kleinertz. Mitarbeiter an der Fachrichtung waren unter anderem Walter Kolneder, Carl Dahlhaus, Ludwig Finscher, Christoph-Hellmut Mahling, Walter Salmen, Ernst Apfel, Wolf Frobenius, Nicole Schwindt.
– 1952 Dr. Robert Hahn beginnt mit dem Aufbau seines privaten Musikarchivs.
– 1956 Dr. Wendelin Müller-Blattau wird Universitäts-Musiklehrer, ab 1965 ist er Universitätsmusikdirektor. Nachfolger sind Dr. Herbert Bruhn, Dr. Jürgen Böhme, Prof. Helmut Freitag.

4.5. Städtische Musikschule
– 1954 Gründung als Verein, 1966 Übernahme durch das Saarland, 1974 Übernahme durch die Stadt.

5. Verschiedenes
5.1. Alte und Neue Musik
5.1.1. Alte Musik
– 1870 Max Nachtmann führt eine „Soirée für historische Klaviermusik“ durch, die von Rameau bis zur Gegenwart reicht.
– 1933 Fritz Neumeyer gründet die „Saarbrücker Vereinigung für Alte Musik“. Sie stellt ihre Konzerttätigkeit mit Kriegsbeginn ein.
– 1954 Kirchenmusikdirektor Karl Rahner gibt regelmäßig Abende alter Chormusik.
– 1993 Dr. Jürgen Böhme gründet die „Fritz-Neumeyer-Akademie für Alte Musik“.
– 2009 Gründung der „Stiftung der Akademie für Alte Musik“.
– 2009 Gründung der „Stiftung Historische Musik“.
5.1.2. Neue Musik
– 1922, 29.05.-31.05. „Modernes Musikfest“.
– 1929 Hans Skohoutil gründet die „Gesellschaft für Neue Musik“.
5.2. Volksmusik
– 1990, 17. Juni: 5. Grand Prix der Volksmusik.
5.3. Musik und Politik
– Saarlandlied, 1921, 1950 überarbeitet. Der Liedkomponist, Karl Hogrebe, wurde 1921 von den Franzosen ausgewiesen und nahm die Stelle eines Universitätsmusikdirektors in Göttingen an.
– Saarabstimmung am 13.01.1935. Im Janur 1934 hält sich Hanns Eisler im Saarland auf und veranstaltet Konzerte und Vorträge. Er veröffentlicht einen Aufsatz in der Arbeiter-Zeitung. Im November 1934 schreibt er in London „Das Saarlied“ mit einem Text von Berthold Brecht. Auch Paul Arma (Imre Weisshaus) und Eberhard Schmidt betätigen sich im Abstimmungskampf.
5.4. Chöre und Orchester
5.4.1. Chöre
– Bornschein gründet 1920 in Konkurrenz zur „Harmonie“ die „Konzertgesellschaft“.
– 1921 Gründung des Saar-Sänger-Bunds (heute: Saarländischer Chorverband), der 1956 dem Deutschen Sängerbund beitritt.
5.4.2. Orchester
– 1929 Gründung des Orchesters der Rudergesellschaft „Undine“ durch Artur Schubert.
– 1929 Gründung der Polizeikapelle der Stadt Saarbrücken, heute Polizeimusikkorps des Saarlandes.
– 1959 Gründung der Stadtkapelle.
5.5. Kirchen- und Schulmusik
5.5.1. Kirchenmusik und Orgeln
– 1876 Gründung des Kirchenchors an der Ludwigskirche.
– 1925 Karl Rahner (1903-1970) wird hauptamtlicher Kirchenmusiker an der Ludwigskirche.
– 1927 Geburt des ev. Theologen und Komponisten Hans-Klaus Heinz.
– 1958 Karl Rahner gründet die „Vereinigung für Musik in der Ludwigskirche e.V.“
– Gegenwärtig existieren ca. 100 Pfeifenorgeln in Saarbrücken.
5.5.2. Schulmusik
– Seit 2001: Das Gymnasium am Schloss bietet einen Musikzweig an.
5.6. Musikmanagement
5.6.1. Festspiele
– Musik im 20. Jahrhundert, später: Mouvement. Musik im 21. Jahrhundert, seit 1970
– Musikfestspiele Saar, seit 1989
– Orgel ohne Grenzen, seit 2001
– Tage alter Musik im Saarland (TAMIS), seit 2001
– Electricity. Europäisches Festival für aktuelle Musik, seit 2002
5.6.2. Konzertveranstalter
– KulTour Gesellschaft für kulturelle Veranstaltungen mbH, seit 1989
5.6.3. Privatradio
– Radio Salü, seit 1989
5.6.4 Aufführungsorte
– E-Werk
– Garage
– Kongresshalle
– Saarlandhalle
5.6.5 Diskotheken, Gaststätten
– Canossa
– Jazzkeller Gießkanne
– Kufa
– Nachtwerk
5.7. Instrumentenbauer, Musikalienhandel, Verlage
5.7.1. Instrumentenbauer
– Bleisinger, Blasinstrumente
– Johann Georg Geib (1739-1818), Orgelbau. Ab 1759 in St. Johann, übersiedelte 1790 nach Frankenthal. Sein Neffe Ludwig (1759-1827) errichtet 1791 eine Orgel in Güdingen. Johann Georg jun. wurde 1772 in Saarbrücken geboren und verstarb 1849 in Frankenthal.
– Julius Deesz, Klavierund Orgelbau (1820-1926). Jakob Deesz errichtet 1823 eine Orgel in Bischmisheim.
– Ph. Hamm, Klavierbau (gegründet 1897)
– Schellenberg, Klavierbau (1923 nach Luxemburg)
– Thinnes, Klavierbau (später nach Trier)
– Deesz-Schiedmayer, Klavierbau (in Scheidt)
– Krause, Geigenbau
– Tebbi, Geigenbau
5.7.2. Musikalienhandel
– Brufela Music
– F.C.Louis
– Henning’s Music Shop
– Musik Bopp (in Dudweiler)
– Musikalienhandlung Carl Strohmayer
– Musikhaus Arthur Knopp
– Noten Fersing
– Klaviere Antik
– Pianohaus Kohl
5.7.3. Musikverlage
– Pfau-Verlag, seit 1989

6. Weitere bekannte Musiker und Musikwissenschaftler in und aus Saarbrücken
– Jörg Abbing
– Bernhard R. Appel
– Tzvi Avni
– Albert Bastian
– Günther Bickelmann
– Gerd Boder
– Hans Bongard
– Theo Brandmüller
– Dora Bratchkova
– Robert Carl
– Ingrid Caven
– Oskar Deffner
– Thomas Duis
– Paul Freund
– Hubert Geyr
– Andreas Göpfert
– Werner Grothusmann
– Fritz Grube
– Georg Grün
– Matthias Harig
– Fritz Henschke
– Peter Jost
– Patricia Kaas
– Toshiyuki Kamioka
– Siegfried Kessler
– Thomas Kiefer
– Nanna Koch
– Wulf Konold
– Thomas Krämer
– Clemens Kremer
– Robert Laugs
– Bernhard Leonardy
– Robert Leonardy
– Stefan Litwin
– Josef Michels
– Christoph Mudrich
– Otto Müller
– Maiki Namekawa
– Frank Nimsgern
– Siegmund Nimsgern
– Nyze
– Hannelotte Pardall
– Ingrid Peters
– Max Pommer
– Hans Puls
– Herman Rarebell
– Josef Reichert
– Rolf Riehm
– Erich Roeder
– Otto Römisch
– Daniel Roth
– Andreas Rothkopf
– Wolfgang Rübsam
– Georg Ruby
– Sandra
– Julius Schloß
– Hans und Kurt Schmidt
– Friedrich Wilhelm Schön
– Otto Schrimpf
– Stanisław Skrowaczewski
– Alfred Stilz
– Ernst Stilz
– Philipp Stilz
– Christian Straßner
– Rudolf Straßner
– Oliver Strauch
– Hermann Thürnagel
– Adolf Walter
– Maxim Wengerov
– Erich Werner

Links
– Louis Théodore Gouvy, Youtube-Videos
– Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Youtube-Videos
– Saarbrücken Glocken, Youtube-Videos
– Saarbrücken Orgeln, Youtube-Videos

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